Rockenberg

700 Euro gingen jeweils an drei guteZwecke

Rockenberger Landfrauen: Adventsbasar

erwirtschaftet 100 Euro mehr als in den

Vorjahren

ROCKENBERG (ff). So fängt das neue Jahr gut

an: Am vergangenen Mittwochnachmittag luden

die Rockenberger Landfrauen zum alljährlichen

Neujahrsempfang ein. Und dieses Jahr gab es

wieder ordentlich zu feiern. So wurde beim

vergangenen Adventsbasar Ende November 2017

rund 100 Euro mehr eingenommen als noch bei

den vorigen Jahren (vgl. BZ-Bericht). Deshalb

durften sich die beschenkten Einrichtungen heuer

jeweils auch auf 700 Euro freuen. In den Genuss

dieses stattlichen Sümmchens kamen dieses Jahr

die „Junge Pflege“ Alloheim Casino aus Wetzlar,

die Wetterauer Werkstätten sowie das Kinderund

Jugendhilfezentrum Waldfrieden.

Dass das Geld bei den Einrichtungen gut

aufgehoben ist, machten die Beschenkten gerne

deutlich. Neben der Übergabe einer kleinen

Aufmerksamkeit erklärte Bastian Köpper von der

„Jungen Pflege“, dass man die Spende aus dem

letzten Jahr für wichtige soziale Aktivitäten

genutzt habe. Neben Karneval mit Musik gab es

auch eine richtig Halloween-Party. Für die erste

Vorsitzende der Landfrauen, Gudrun Bischoff, sind

solche Projekte große Herzensangelegenheit. Im

BZ-Gespräch zeigte sie sich sehr zufrieden: Es sei

wichtig, dass das Geld gerade für die Dinge

aufgewendet werde, für die im alltäglichen Betrieb

kein Budget zur Verfügung stehe.

Das gewisse Extra gab’s auch bei den

Wetterauer Werkstätten. Die Vertreter Sebattin

Özsoy und Sozialarbeiterin Annette Pfarrer hatten

neben einem Präsent auch einige Bilder von der

letzten Spendenaktion im Gebäck. Man habe

gespart und damit zwei Räume herrichten

können. Ein Sozial- sowie ein Physiotherapieraum

brauchte man. Da kam die Spende des Vereins

gerade recht. Nicht anwesend sein konnte

hingegen die Vertreterin des Kinder- und

Jugendhilfezentrum Waldfrieden, welche am

Abend aus gesundheitlichen Gründen verhindert

war. Man werde jedoch alsbald die Spende

vorbeibringen, versprach Bischoff den

anwesenden.

Soziale Medien als Werbetrommel

Dass diesmal mehr Geld in die Kassen gespült

wurde, kam den Landfrauen nicht nur recht,

sondern hatte auch einen ganz speziellen Grund.

Das erste Mal habe man sich an soziale Medien

versucht. So wurde vor dem Basar kräftig die

Werbetrommel auf Facebook gerührt. Die

Resonanz war größer als erhofft, erklärte die erste

Vorsitzende stolz. Durch den „Post“ habe man

besonders die Gruppe der 30-Jährigen aktivieren

können.

Und weil’s so gut geklappt hat, versprach

Bischoff nun öfters im Social Web unterwegs sein

zu wollen. So könne man vor allem die Menschen

erreichen, die man mit den klassischen Medien

nicht mehr anspreche. Aber auch auf die richtige

PR-Maßnahme kommt es an. So habe man freilich

einen größeren Fokus auf das gemütliche

Zusammensein gelegt. Das kam gut an bei den

Leuten.

Lob und Dankesworte gab es trotz der vielen

Präsente nicht nur von den Spendenempfängern.

Im Namen des Vereins blickte Bischoff auf das

zurückliegende Jubiläumsjahr zurück und

bedankte sich bei den vielen Helfern und

Ortsvereinen, welche die Landfrauen im

Jubiläumsjahr tatkräftig unterstützt hatten. „Ohne

die viele Hilfe wäre das alles nicht möglich

gewesen“, sagt sie im BZ-Gespräch.

Viel vor in 2018

Auch in diesem Jahr haben die Vereinsmitglieder

wieder volle Terminkalender. So geht es gleich am

Samstag, den 24. Februar mit einem Vortrag von

Professor Gerald Schiller los. Für den Verein ist

der Vortrag über die Volkskrankheit Depression

ein ganz wichtiger, zudem alle Interessierten

eingeladen sind. „Die Krankheit wird weiterhin viel

zu unterschätzt“, sagt Bischoff und versucht mit

ihrem Verein mit Vorurteilen aufzuräumen.

Depression sei eine schwere Erkrankung, welche

frühzeitig diagnostiziert werden sollte, um

bestmögliche Hilfe zu erhalten. Scham oder

falscher Stolz seien deshalb fehl am Platz.

Darüber hinaus werden die hiesigen Damen

freilich auch am 70 jährigen Jubiläum des

Bezirksvereins Friedberg am 18. März teilnehmen

und zu einem Musical nach Fulda reisen. Zudem

sei man derzeit kräftig am Stifte sammeln. „Wir

machen bei der Aktion ‚Stifte machen Mädchen

stark’ mit“, so die erste Vorsitzende. Dabei gehe

es um ein vom Weltgebetstag der Frauen

initiiertes Projekt, bei dem alte Stifte gesammelt

und recycelt werden. Kommen 15 Kilogramm

zusammen, spendet die Firma BIC für jeden Stift

einen Cent an syrische Mädchen im

Flüchtlingscamp im Libanon. Laut

Informationsmaterial reichen bereits 450 Stifte

aus, um ein Mädchen mit Schulmaterial

auszustatten.

Zuletzt stehen im März noch die

turnusgemäßen Vorstandwahlen an.

Bildunterschriften:

Bild 1: ROCKENBERG. Über Spenden durften sich

(v.l.) Annette Pfarrer, Sebattin Özsoy sowie

Bastian Köpper zusammen mit der ersten

Vorsitzenden Gudrun Bischiff (2. v.l.) freuen.

Bilder 2 & 4 & 7: Auch in diesem Jahr war der

traditionelle Neujahrsempfang bestens besucht.

Bild 3: Sebattin Özsoy von den Wetterauer

Werkstätten zeigt auf einem Foto was alles mit

den letzten Spenden gemacht wurde.

Bilder 5 & 6: Spaß muss sein: Bastian Köpper von

der „Jungen Pflege“ hatte seine Freude beim

Erzählen der netten Anekdoten.


50. Jahre LandFrauen Rockenberg

Nachwuchs ist Geburtstagswunsch

 

Rockenberger Landfrauenverein feiert 50-jähriges Bestehen angekommen in digitaler Welt

 

Die Rockenberger Landfrauen luden am Sonntag zum 50. Geburtstagsfeier ihres Vereine ein.

Gekommen waren rund 350 Gäste, darunter Vertreter der örtlichen Vereine aus Rockenberg und Oppershofen sowie Landfrauen aus dem Bezirk und aus der Landesvertretung. Das Jubiläum stand aber auch im Zeichen der Fragen: Wo bleibt der Nachwuchs? Was kann man noch machen?

Seit ihrer Gründung im fahr 1967 haben die Rockenberger Landfrauen in der Gemeinde viel bewegt: Da wären zum einen die vielen Spenden aus den alljährlichen Adventsbasaren, die Schmückaktionen für den hiesigen Weihnachtsbaum, die Frühstücksaktionen in der Grundschule und vieles mehr.

Landfrau zu sein, das wurde deutIich, ist mehr als gemeinsam zu stricken:

,,Das können wir zwar sehr gut", betonte Ursula Pöhlig vom Landesvorstand, doch Kuchenbacken

und Co. seien nur ein kleiner Aspekt unter vielen. Aus dem Einsatz für Landwirtsfrauen von damals sei ein gesamtgesellschaftliches Engagement für alle Frauen auf dem Land geworden.

,,Wir sind überparteilich

und überkonfessionell", also ein Verein von und für die gesellschaftliche Mitte.

Und für Bezirksvorsitzende Brigitte Albrecht war am Sonntagmittag auch klar, dass die Landfrauen stets mit den gesellschaftlichen Veränderungen mitgehen müssen; schon allein um für jüngere Frauen attraktiv zu werden. So spielen nach eigener Aussage neue Medien mittlerweile eine wichtige Rolle unter Landfrauen, was unter

anderem ,,WhatsApp-Gruppen" beweisen. Digitales Know-how könne von der jungen Generation kommen.

Neben Deutsch sei deshalb auch noch die ,,Sprache" der Bits und Bites für die Zukunft entscheidend.

Aber nicht nur dafür ist der Nachwuchs herzlich willkommen.

Wie weitere Redner anklingen ließen, sei das Begeistern des Nachwuchses für fast jeden Verein eine

große Herausforderung. Wie können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für das Vereinsleben

begeistert werden, fragte unter anderem Jochen Litschel vom Kirchenvorstand der evangelischen

Gemeinde. Es sei ein struktureller Transformationsprozess: Vereinsstrukturen sind weder veraltet noch

obsolet. Sie sind vielmehr Ausdruck eines demokratischen Mitbestimmungsprozesses, der von einer freien

Gesellschaft benötigt werde. Wenn es einem Verein gelinge, dieses demokratische Moment in das digitale

Zeitalter reflektierend und kritisch zu transformieren, vermag eine erneute Anziehungskraft von Vereinen

für die so genannten ,,Digital Natives" ausgehen. Diesen ,,Imagewandel" meistern die Rockenberger

Landfrauen mit Bravour, so scheint es zumindest von außen betrachtet.

So kämpfen Landfrauen in ganz Deutschland um die Rechte von Frauen:,,Equal-Pay". also gleiches Gehalt für gleiche Arbeit in der Wirtschaft.

Darüber hinaus werden Fragen von Altersarmut diskutiert und wegweisende Konzepte erarbeitet:

So wurde von den Rednerinnen betont, dass Altersarmut weiterhin zu einem großen Teil weiblich sei. Die

Themen betreffen früher oder später alle Frauen. Weiterer Fokus liege auch auf Kinderkochkursen und

Ernährungsberatung sowie Aufklärung. Eine wichtige Komponente sei auch die Brotbüchsenaktion für die

Grundschule.

Neben Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak, der ebenfalls die Wichtigkeit der hiesigen Landfrauen für die Vereinslandschaft hervorhob, erinnerte Bürgermeister Manfred Wetz an die Wurzeln des Rockenberger Traditionsvereins.

 967 sei eine große Zeit des Umbruchs gewesen, und Frauen genossen noch nicht die selben Rechte wie Männer. Man könnte die Landfrauen als eine Konstante für viele Frauen auf dem Land bezeichnen.

Dies wurde auch im Geschichts-Talk zwischen Doris Brüning, Hanne Anselm und der Vorsitzenden

Gudrun Bischoff deutlich.

Weitere Programmpunkte des Jubiläumsfestes umfassten Grußworte der unterschiedlichen Vereine und

Parteien, die auch Präsente überreichten.

 Zudem erheiterte ein sehr Sketch (,,Sensationeller Kartoffelanbau")

mit der zweiten Vorsitzenden Hildegard Simon und Gudrun Bischoff das Publikum.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von gesanglichen Darbietungen der Gesangsvereine Concordia und Immergrün.

Für viel Applaus sorgten auch die Nachwuchs-Einrad-Fahrerinnen des RV Germania Rockenberg.

Constanze Röhl, Hanna Merz, Anne Hess, Leoni Schäfer, Sofia Gogol und Lilli Schmidtfuhren in der Sechser-

Formation auf eigenem Wunsch als Jubiläumsgeschenk für den Verein.

In der ,,Halbzeit" sorgten 60 Torten für Energienachschub.

Der krönende Abschluss kam von der Line-Dance-Gruppe der Landfrauen.

Text:ff

Bilder: F. Fischer